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Wird E-Mail durch Google Wave revolutioniert? E-Mail
Geschrieben von Christian Heindl   
Montag, 22. Juni 2009
Mit Google Wave hat Google einen neuartigen Ansatz digitaler Kommunikation präsentiert. E-Mail, Instant Messaging und Echtzeit-Kollaboration werden dabei vermischt und lässt so eine ganz neue Form der Kommunikation zu.Doch wird Google Wave E-Mail Kommunikation ablösen? Oder werden Features von Google Wave in Standard E-Mail Kommunikation zurückportiert werden?

Google hat auf der hauseigenen Entwicklerkonferenz Google I/O im Mai 2009 mit Google Wave ein interessantes Kommunikations und Kollaborationswerkzeug vorgestellt. Es integriert E-Mail, Instant Messaging, Echtzeit-Kollaboration, Blogging und weitere Kommunkationskanäle in eine einfach zu bedienende Webanwendung. Weder die Installation einer Client Software noch das Vorhandensein bestimmter Browser-Plugins ist für die Nutzung erforderlich. Lediglich ein moderner Webbrowser ist vonnöten um Google wave nutzen zu können. Dies ermöglicht die Nutzung von fast überall.

 

 

 

 

 Auf dem Screenshot von Google erkennt man verschiedene vertraute Element wieder: ein dreigeteilte Ansicht, die Nachrichtenliste, Nachrichtenansicht und eine Ordnerstruktur enthält. Zudem fällt die Kontaktliste links unten auf, die wie in InstantMessaging Programmen anzeigt, welcher der Kontakte online ist. Ebenfalls aus dem Instant Messaging bekannt ist die intensive Verwendung von Profilbildern um seine Kommunikationspartner zu identifieren.

 

Besonders ist nun aber Vermischung der verschiedenen Kommunikationsformen. Das Grundkonzept bildet eine baumartige Kommunikationsstruktur, eine sogenannte "Wave". Eine Wave ist in etwa vergleichbar mit einer E-Mail, einem Chat über ein bestimmtes Thema oder einem Blogeintrag. Eine neue Wave wird wie eine E-Mail angelegt, Empfänger per Drag-And-Drop aus der Kontaktliste in die Wave gezogen und es kann der Text eingegeben werden. Die Empfänger erhalten dann sofort die Nachricht und können in Echtzeit zurückschreiben, Notizen und Kommentare hinzufügen, Bilder anhängen oder weitere Empfänger hinzufügen. Dabei geschieht die Kommunikation tatsächlich in Echtzeit; d.h. man kann dem Sender beim Schreiben zusehen.

 

Im Gegensatz zu Google Mail oder anderen Google Produkten ist Google Wave allerdings nicht an Google gebunden. Google möchte mit Google Wave einen offenen Ansatz fahren. Dabei kann jeder vergleichbar mit der E-Mail Infrastruktur Teilnehmer der Infrastruktur werden und einen eigenen Google Wave Server integrieren. Dazu hat Google bereits einen Entwurf des Google Wave Federation Protokols (siehe Referenzen) veröffentlicht. Entwickler können aber auch Plugins über die Google Wave API erstellen und so andere Anwendungen (z.B. Twitter, E-Mail oder soziale Netzwerke) mit Google Wave integrieren. Interessierte Entwickler können sich bereits für einen Sandbox Zugang registrieren.

 

Insgesamt betrachtet ist Google Wave ein sehr interessanter Ansatz und bietet eine gute Plattform für Echtzeitkollaboration. Die Tatsache, dass dabei keine separate Anwendung installiert werden muss, zeigt dabei zum einen das Potential aktueller Browser, auf anderen Seite wird dies entscheidend zur Verbreitung von Google Wave beitragen.

Andererseits stehen aber vor allem Businessnutzer vor dem Problem, die gesetzlichen Rahmenbedigungen bzgl. Archivierung einzuhalten. Hierfür sind bei E-Mail Kommunikation bereits Lösungen vorhanden, die für Google Wave erst geschaffen werden müssen.

Letztendlich wird aber der Benutzer anhand der Features und der Art der neuen Kommunikation entscheiden, ob sich Google Wave durchsetzen kann. Dies wird sich nicht zuletzt an der Benutzerfreundlichkeit manifestieren sondern auch davon abhängen, welche Möglichkeiten für Google Wave Plugins entdeckt werden. Sollte sich Google Wave nicht durchsetzen können, so könnten aber zumindest einige Ideen aus Google Wave in andere Kommunikationsformen wie z.B. der E-Mail übernommen werden.

 

Referenzen:

 
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